Die Mission

Die Idee

Die Leinewelle neu gedacht 2015


Der Standort

Es gibt für die Planung einen neuen Standort direkt unterhalb der Schlossbrücke.

Auch wenn der Standort am Landtag Vorzüge hatte (vor allem das hohe Gefälle), so gab es doch Vorbehalte aufgrund der Nachbarschaft zum Landtag. Der nun gewählte Ort wurde nach einer intensiven Faktensicht aus folgenden Gründen gewählt:

1. Dort ist die engste Stelle der Leine, das bedeutet höchste Strömungsgeschwindigkeit bei geringstem Bauaufwand = minimalreversiver Eingriff (keine große bauliche Verengung notwendig)

2. Er liegt ausserhalb der Bannmeile des Landtages, aber immer noch zentral nur ca. 200 m weiter flussabwärts vom Landtag bzw. ersten Standort.

3. Der Baugrund birgt keine besonderen Risiken: kein U-Bahntunnel, neue Mauergründung vorhanden, Bodengutachten usw. aus der Baumassnahme Ufermauer vorhanden.

4. Er ist touristisch interessant gelegen, direkt an der Achse von der Altstadt zu den Nanas, neben dem neuen Kanueinstieg der somit auch zum „Wassersporteinstieg“ wird.

5.  Er liegt innerhalb des Uferbereiches, wo das Wasser „erlebar“ und der nach den Vorschlägen des Projektes City2020+ aufgewertet werden soll. Erste Massnahmen wie der Bau des neuen Kanuzuganges und die neuen Terrassen auf der Altstadtseite (Neue VHS) laufen bereits.

6. Es ist eine gute Infrastruktur vorhanden: Der Parkplatz bietet die Möglichkeit ein öffentliches WC zu errichten, von dem auch der Flohmarkt profitieren würde.

Die technische Lösung

Für die technische Realisierung bietet sich an dieser Stelle ein temporärer Aufstau mit Hilfe der Dreamwave Technik dar. Dieses bewegliche Konzept ermöglicht gleichzeitig mehr Surftage als vorher und löst auch andere Herausforderungen.

Die Dreamwave Technik besteht aus einem vollständig versenkbaren Wehr, welches nur für den Surfbetrieb das Wasser aufstaut, um das notwendige Gefälle für die Welle herzustellen.
Gleichzeitig lassen sich die Rampe und der „Kicker“ stufenlos im Winkel verstellen und an die Unterwasserhöhe anpassen. Das ermöglicht – zusammen mit einer Teilung in zwei unterschiedlich breite Segmente – eine maximal flexible Anpassung an die Wassermengen und damit unterschiedlichste Wellenformen. Die Technik von Professor Aufleger ist in der Entwicklung für ein großes Projekt im Zillertal.

Die Vorteile

1. Surfbare Wellen sind bei nahezu jedem Wasserabfluss mit dem vorhandenen Wasserdargebot möglich, ohne jegliche Veränderung im Oberwasser ab dem Wehr am Landtag.
Bei geringsten Abflüssen in den seltenen Trockenperioden von 3-5 m3/s können auf dem schmalen Segment Einsteiger und Anfänger die Grundlagen erlernen. Bei Abflüssen von 5-9 m3/s (häufigster Abfluss) kann vom Einsteiger bis zum Könner ähnlich der Almwelle auf dem breiteren Segment gesurft werden.
Bei einem Abfluss größer 9 m3/s kann auf der gesamten Breite von ca. 9 m (ähnlich Eisbach) gesurft werden. Von einer moderaten Wellen bis zum „Big Day“ bei mehr als 20 m3/s sind viele unterschiedlichen Wellenformen einstellbar und auch Wettkämpfe realisierbar. Damit gibt es statistisch nur eine kleine Anzahl Tage im Jahr (bei großen Hochwassern) an denen kein Surfen möglich sein wird.

2. Gleichzeitig bedeutet der temporäre Aufstau, dass keinerlei Änderungen an den Wasserrechten oberhalb des Leinewehres am Landtag nötig sind. Alle Stauziele bleiben erhalten, es wird keinerlei Einfluss auf die Wasserenergie-Gewinnung oder die Wassermengensteuerung geben. Egal ob das Wasser über die Wehrkante fliesst oder durch die Grundablässe: Das Konzept arbeitet mit der Wassermenge, die auch bisher die Mühlenleine durchfließt.

3. Der ökologische Eingriff ist minimalreversibel. Der Einbau umfasst nur wenige Meter in einem Bereich, der im Moment auch noch eine Baustelle ist. Alle Sandbänke und ökologisch wertvollen Nischen unter- und oberhalb bleiben voll erhalten. Die Artendurchgängigkeit bleibt voll erhalten, mit Ausnahme der Betriebsstunden. Im Moment endet die Artendurchgängigkeit grundsätzlich am Wehr am Landtag. Sollte dort eine Artendurchgägnigkeit hergestellt werden, können die Betriebszeiten in die Fischwanderphasen angepasst werden. Die Wasserpegelschwankungen von maximal 1 m durch den Aufstau befinden sich in einem Bereich der auch bei Hochwassern üblich ist. Der Bereich der Wasserschwankungen reicht nur bis zum Wehr am Landtag, beschränkt sich also auf ein sehr kleines Areal von nur ca. 200 m Flusslänge welches zudem allseitig mit hohen Mauern umfasst ist. Durch diese Eigenschaft der Situation ist der Einfluss der Aufstauung ausgesprochen gering.

4. Da der Aufstau und die Welle nur während der geregelten Betriebszeiten möglich ist, ist eine unerlaubte Nutzung ausgeschlossen. Das löst die Haftungsfrage und schließt Risiken ausserhalb der Betriebszeiten aus.

In Kooperation mit der Verwaltung ist letztendlich ein besseres Konzept entstanden.
Die Einbindung in die Stadt ist selbstverständlicher und einfacher, die Funktionalität besser und flexibler.

Kosten

Zu den Kosten möchten wir in diesem Planungsstadium keine Angaben machen.
Grundsätzlich kann man sagen, das den geringere Risiken (kein U-Bahntunnel), dem geringeren Bauvolumen (weniger Beton- bzw. Flussfläche) ein höherer technischer Aufwand gegenüber steht. Einen detaillierten Kostenplan werden wir im Frühjahr 2016 vorlegen.

Finanzierung

Die Frage der Finanzierung lässt sich erst dann beantworten, wenn der Kostenrahmen feststeht. Bis dahin haben unsere Botschafter genügend Mittel gespendet um die notwendigen Planungsaufträge und Gutachten in Auftrag geben zu können.